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Entwicklung der Geriatrie in Deutschland

Die ältesten geriatrischen Abteilungen in Deutschland bestehen bereits seit über 30 Jahren. Dennoch hat dieses Fach bei uns bis vor wenigen Jahren ein schweren Stand gehabt. Das Interesse an der apparativ ausgerichteten Gerätemedizin überschattet seit Jahren den ganzheitlichen Ansatz der geriatrischen Medizin. Die definitorische Unklarheit der Geriatrie trug über lange Zeit zur Verunsicherung der angrenzenden Nachbarfächer wie Allgemeinmedizin oder Innere Medizin bei. Erst im Zuge intensiver Aufklärung über die Aufgabenbereiche des geriatrischen Fachgebietes wurde klar, dass die Geriatrie nicht alle alten Patienten für sich beansprucht. Erst das Zusammentreffen besonderer Merkmale wie Multimorbidität sowie funktionelle Störungen mit Beeinträchtigung der Selbstversorgung charakterisieren den Geriatrischen Patienten.

Die Geriatrie ist im Ausland im universitären Lehrbetrieb fest etabliert. Deutschland hat sich dieser internationalen Entwicklung erst später angeschlossen, sowohl institutionell (Klinikabteilungen) als auch fachlich. In Deutschland gibt es derzeit fünf Lehrstühle für Geriatrie an den Universitäten Witten/Herdecke, Bochum, Nürnberg, Ulm und Freiburg.

In Deutschland existieren heute insgesamt über 300 Abteilungen für Akut- oder Rehabilitations-Geriatrie, sowie 90 Tageskliniken. Um dem Problem der alternden Bevölkerung sowohl medizinisch als auch sozialpolitisch in Zukunft gerecht zu werden, ist eine Ausweitung stationärer und teilstationärer geriatrischer Einrichtungen unabwendbar.