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5. Geriatrischer Gesundheitstag wieder ein Erfolg


"Gesunder Körper - Gesunder Geist" lautete das Motto des 5. Geriatrischen Gesundheitstages in der Augusta Klinik in Bochum-Linden. Am Samstag, 15 Oktober, 10 bis 16 Uhr zeigten die kompetenten Mediziner der Geriatrischen Klinik auf, wie man sich bereits jetzt auf ein möglichst gesundes und aktives Alter vorbereiten kann. Und sie präsentierten die äußerst sehenswerte Carolus Horn-Ausstellung: Kunst trifft auf Demenz. Die Bilder des Künstlers zeigten und zeigen präzise auf, was diese tückische Krankheit mit den Menschen macht.

Carolus Horn war ein gefragter und sehr erfolgreiche Grafiker, gestaltete einige der bekanntesten Werbekampagnen der Wirtschaftswunderzeit. Darunter z.B. "Alle reden vom Wetter. Wir nicht." für die Deutsche Bahn oder "Nur fliegen ist schöner" für Opel. Aber Horn war auch in seiner Freizeit ein leidenschaftlicher Maler und Zeichner. Zu seinen Lieblingsmotiven zählte die Rialtobrücke in Venedig, die er bei seinen häufigen Besuchen in der Lagunenstadt immer wieder malte und zeichnete.

Als bei ihm die Alzheimer-Krankheit festgestellt wurde, befürchteten Freunde und Umfeld, dass er seine künstlerischen Fähigkeiten und Ambitionen verlieren könnte. Dies war allerdings nicht der Fall: Der Künstler arbeitete praktisch bis kurz vor seinem Tod weiter - aber die Bilder die er malte, zeigen in der Abfolge der Jahre exemplarisch auf, wie die Krankheit den Geist und die Wahrnehmung von Carolus Horn verändert hatte.

Der Frankfurter Psychiatrie-Professor Dr. Konrad Maurer analysierte die zunehmenden Veränderungen in Horns Geist in einem Artikel für das Magazin der Firma Novartis, die im Besitz der Bilder ist. Horns Witwe Thilde stellte sie zur Verfügung, um sie möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Auch in dem Bewusstsein, dass die Kunst stets ein wichtiger Lebensinhalt ihres Mannes gewesen war, die ihn bis zum Ende erfüllte.

Die beginnende Krankheit hatte sich bei bei Carolus Horn durch Veränderungen der räumlichen Bezüge und den Verlust der Dreidimensionalität bemerkbar gemacht. "Später wurden die Bilder naiver, ornamentaler", erklärt Maurer, "dabei zugleich aber farbenfroher. Sie üben damit eine fast unerklärliche Faszination auf den Betrachter aus. Bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf wurden Bildelemente immer stärker reduziert und schematisiert. Exemplarisch stand dafür die Art der Himmels- und Wolkendarstellungen: Anfangs wurden sie noch sehr detailliert und realistisch dargestellt. Am Ende glichen sie Spiegeleiern." Seine Malerei gewann "kindliche Züge" und es wurde nur noch eine Farbe verwendet.

Zwei Jahre vor seinem Tode zeichnete Horn ausschließlich mit Bleistift und riss die Blätter an den Rändern zurecht, anstatt sie korrekt zuzuschneiden. Bleistiftgekritzel als letzte Form künstlerischen Ausdrucks lässt dabei Assoziationen zu moderner, nicht-gegenständlicher Kunst aufkommen.

"Störungen der Merk- und Konzentrationsfähigkeit bis hin zu massiven Beeinträchtigungen von Denkvermögen, Sprachfluss und Orientierung sind bei Fortschreiten der Krankheit charakteristisch", sagt Chefarzt Dr. Olaf Hagen. Wie sich für den Patienten selbst die Welt verändert, davon vermitteln die Bilder von Carolus Horn. Die Bilder machen den geistigen Zerfall auf beeindruckende Weise augenscheinlich. Aber sie ermutigen auch, denn die Malerei bedeutete dem Künstler auch im späten Stadium seiner Krankheit noch viel.

Beim Geriatrischen Gesundheitstag im Augusta Linden ging es natürlich vor allem u.a. um mobilitätserhaltende Maßnahmen im Alter, Rehabilitation bei Demenz und Naturheilverfahren in der Geriatrie sowie Gesundheitsvorsorge. "Der Trainings-Parcours fürs Gedächtnis, Messungen von Knochendichte Blutzucker, Blutdruck, Cholesterin und Quick-Wert", so fasste Chefarzt Dr. Olaf Hagen zusammen, "wurde wieder von vielen unserer zahlreichen Besucher nur allzu gern genutzt. "

Dr. med. O. Hagen
Lindener Zentrum für Altersmedizin und Pflege

» Programm 5. Geriatrischer Gesundheitstag


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