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ASSESSMENT IN DER GERIATRIE

Pflegegesetzadaptiertes geriatrisches Basisassessment (PGBA)

20. Ruhen & Schlafen

Der natürliche Alterungsprozess bringt auch Veränderungen im Schlaf mit sich. Ältere Menschen klagen vor allem über Durchschlafstörungen und frühes Aufwachen. Ca. 40% der über 70-jährigen leiden an Schlafstörungen. Der Schlaf wird störanfälliger für Außenreize und wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst. Eine typische Ursache für Schlafstörungen in Institutionen sind Umgebungsfaktoren wie z.B. Lärm, verursacht durch Mitpatienten, oder Geräusche auf dem Flur, ungewohnte Temperaturen, ungewohnte und als unbequem empfundene Lagerung, sowie Veränderungen des gewohnten Milieus und Tagesrhythmus. Aber auch die negativen Einflüsse chronischer Erkrankungen wie Asthma und andere Atemwegserkrankungen sowie Herzerkrankungen oder Schmerzen beeinflussen den Nachtschlaf. Für eine rasche Genesung ist ein erholsamer Schlaf jedoch eine Grundvoraussetzung. Erst wenn alle nicht medikamentösen Ansätze zur Schlafförderung ausgeschöpft sind ( optimale Schlafumgebung, Einhalten von Schlafritualen, Tagesschlaf reduzieren, Vermeiden von unerwünschten Arzneimittelwirkungen) kommen Beruhigungsmittel (zunächst auf pflanzlicher Basis) oder Schlaftabletten zum Einsatz. Es wird jedoch streng darauf geachtet, dass die Schlafmedikation nur vorübergehend verordnet wird, um die Gefahr eine Abhängigkeit zu vermeiden.