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ASSESSMENT IN DER GERIATRIE

Pflegegesetzadaptiertes geriatrisches Basisassessment (PGBA)

18. Motivation

Emotionale Störungen im Alter sind bis heute nur unzureichend erforscht. Der Anstieg an Traurigkeit und Depression wird vermutet und ist aufgrund fehlender Untersuchungen bisher nicht belegt. Unter Motivation versteht man die Bereitschaft oder das Bestreben ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Das bedeutet für geriatrische Patienten die Motivation zur raschen Genesung oder Wiederherstellung der Selbständigkeit. Aufgrund der Schwere der Erkrankung, dem nur zögerlichen Heilungsverlauf mit häufigen Rückschlägen und der unklaren Prognose, ist die Motivation geriatrischer Patienten häufig gebrochen. Die Motivation ist jedoch für die Genesung eine wichtige Voraussetzung. Durch eine rasche Integration in den Stationsablauf werden soziale Komponenten gefördert (gemeinsamer Speisesaal) und die Aktivitäten des täglichen Lebens wieder aufgenommen. Die krankengymnastisch und pflegerisch angeleitete Mobilisierung erweitert den körperlichen Bewegungsradius und stellt häufig die beste Motivation dar. Handelt es sich um eine depressive Stimmungslage mit Störung des Antriebs oder der Zuversicht wird gegebenenfalls eine medikamentöse antidepressive Therapie eingeleitet.