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ASSESSMENT IN DER GERIATRIE

Pflegegesetzadaptiertes geriatrisches Basisassessment (PGBA)

17. Sehen

Sehbehinderung


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2/3 der 500.000 bis 800.000 Sehbehinderten in der Bundesrepublik Deutschland sind über 60 Jahre alt. Sehbehinderung führt zur Beeinträchtigung der Lesefähigkeit bis hin zum Verlust der Selbständigkeit. Für zahlreiche Tätigkeiten des täglichen Lebens ist das Lesen wie Zeitungen, Kontoauszüge, Briefe, Telefonbücher etc. von entscheidender Bedeutung. Bei Beeinträchtigung des Sehens stellen sich häufig Probleme im sozialen Umfeld ein, nicht selten entwickeln sich psychische Probleme. Die Sehbehinderungen beziehen sich aber nicht nur auf die Verschlechterung der Sehschärfe, häufig liegen auch Gesichtsfeldausfälle, Farbsinnstörungen, Blendungsempfindlichkeit, gestörtes Dämmerungssehen bis hin zur Nachtblindheit vor.

Die Sehbeeinträchtigung stellt während des stationären Aufenthaltes selten eine augenfachärztliche Behandlungsoption dar. Es handelt sich eher um ein Handicap im Sinne einer wenig beeinflussbaren Störgröße in der Therapieplanung.

Zur Evaluation der Sehbehinderung kommen Sehfragebögen sowie die Snellen-Tafel zur Anwendung. Je nach Befund erfolgt eine Hilfsmittelverordnung (z.B. Lupen, elektronisch vergrößernde Sehhilfen, Fernrohrbrillen).

 

SnellenTafel

Die Abschätzung der Sehschärfe erfolgt mit Leseprobetafeln, auf denen einzelne Buchstaben, Zahlen oder Bilder in einer bestimmten Entfernung noch erkannt werden müssen. Sie sind auf einen Normalvisus geeicht. Die bekannteste Leseprobetafel ist der Snellen-Index oder die Pflügerschen Haken.