Schriftgröße A A A
ASSESSMENT IN DER GERIATRIE

Pflegegesetzadaptiertes geriatrisches Basisassessment (PGBA)

16. Hören

Hörstörungen

Die Empfindlichkeit des Gehörs nimmt ab dem 20. Lebensjahr langsam kontinuierlich ab. Im höheren Lebensalter ist der Übergang zur Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis) oft fließend. Für die Orientierung und Kommunikation werden 3 Bewußtseinsgrade beschrieben. Die Hörkulisse bindet den Menschen an seine Umgebung (Orgelmusik in der Kirche), die Warngeräusche vermitteln die Wahrnehmung von Gefahrenquellen (Heranfahren eines Autos) und die Kommunikation ermöglicht die zwischenmenschliche Verständigung . Hörstörungen beeinträchtigen somit weite Bereiche der Kommunikation und des seelischen Wohlbefindens. Sie erfordern Konzentration und führen häufig zu Überforderung bis hin zu Rückzugstendenzen mit Vermeiden eines gesellschaftlichen Zusammenseins.

Hörstörungen führen während der Krankenhausbehandlung nicht selten zu Missverständnissen sowie zur Ablehnung von therapeutischen und diagnostischen Anwendungen. Um einen Behandlungsplan umsetzen zu können, bedarf es jedoch der Aufklärung, des Einverständnisses und der Motivation des Patienten. Hörproblemen können somit den Therapieerfolg gefährden.

Die Evaluation von Hörproblemen erfolgt mit Hilfe des Whisper-Tests. Die Hauptleistung der Untersuchung liegt in der Abklärung der akustischen Kommunikationsfähigkeit, sowie dem Gebrauch von Hilfsmitteln (Hörgeräte).

Hörstörungen stellen während des stationären Aufenthaltes selten eine ohrenfachärztliche Behandlungsoption dar. Es handelt sich eher um ein Handicap im Sinne einer wenig beeinflussbaren Störgröße in der Therapieplanung.

Von der Altersschwerhörigkeit muss die kausal gut therapierbare Schwerhörigkeit anderer Ursachen abgegrenzt werden. Hierunter fallen z.B.

  • Cerumen obturans (Ohrschmalspfropf)
  • Gehörgangsfremdkörper
  • Otitis externa (Gehörgangsentzündung)
  • Trommelfellverletzungen
  • Mittelohrentzündungen

Altersschwerhörigkeit

Die Altersschwerhörigkeit betrifft überwiegend die hohen Frequenzen, ist nahezu immer symmetrisch und wird als ein multifaktorielles echtes Krankheitsgeschehen bezeichnet. Begründet wird die Erkrankung durch einen Verlust von Haarzellen im Innenohr sowie der Degeneration von Hörnerven im Bereich der Schallleitung als auch Schallverarbeitung. Sind Hörfrequenzen bereits im Hauptsprachbereich gestört, ergeben sich Diskriminations-störungen, die das Hören im Raum mit Nebengeräuschen oder mehreren Gesprächspartnern erschweren. Zur Therapie der Altersschwerhörigkeit bleibt zuletzt oft nur die Hörgeräteversorgung. Beim Erlernen der Bedienung der mittlerweile technisch sehr ausgereiften Geräte muß der Lernfähigkeit des älteren unbedingt Patienten Rechung getragen werden.

Hör-Handicap-Fragebogen

  Antwort
ja manchmal nein
1. Verunsichert Sie Ihr Hörproblem, wenn Sie mit anderen Leuten zusammentreffen?      
2. Fühlen Sie sich wegen Ihres Hörproblems manchmal frustriert, wenn Sie mit Familienangehörigen sprechen?      
3. Haben Sie Schwierigkeiten, jemanden zu verstehen, der nur flüstert?      
4. Fühlen Sie sich durch Hörprobleme behindert?      
5. Macht Ihnen Ihr Hörproblem beim Besuch von Freunden, Verwandten oder Nachbarn Schwierigkeiten?      
6. Gehen Sie wegen Ihres Hörproblems seltener zur Kirche, als Sie es möchten?      
7. Führt Ihr Hörproblem zu Auseinandersetzungen mit Familienmitgliedern?      
8. Macht Ihnen Ihr Hörproblem beim Fernsehen oder Radiohören Schwierigkeiten?      
9. Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Hörschwierigkeit Ihr persönliches oder soziales Leben einschränkt oder beeinträchtigt?      
10. Macht Ihnen Ihr Hörproblem bei einem Restaurantbesuch mit Angehörigen oder Freunden Schwierigkeiten?      
  ....... x 4 ....... x 2 ....... x 0
................ (Total) (0-40)