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ASSESSMENT IN DER GERIATRIE

Pflegegesetzadaptiertes geriatrisches Basisassessment (PGBA)

5. Das Bett verlassen können (Transfer)

Als Transfer bezeichnet man das Umsetzen vom Bett in den Stuhl/Rollstuhl und umgekehrt. Vorraussetzung für einen Transfer ist das freie Sitzen mit Körperrumpfstabilität. Transfereinschränkungen ziehen oft einen personellen Hilfsbedarf nach sich und machen den selbständigen Toilettengang auf einen Toilettenstuhl häufig unmöglich. Die Abfrage der Transferfähigkeit ist zur Evaluation der Mobilität von entscheidender Bedeutung. Die Grenze zwischen Können und Nicht-mehr-Können ist zu erfassen und der Hilfsbedarf zu definieren.

Graduierung der Transferfähigkeit mit Hilfe der Esslinger Transferskala

  • H0 - Ohne personelle Hilfe
  • H1 - Mit spontaner Laienhilfe
  • H2 - Mit geschulter Laienhilfe
  • H3 - Mit einem Helfer professionellen Standards
  • H4 - Mit mehr als einem Helfer professionellen Standards

Dr. M. Runge AERPAH-Klinik Esslingen

Bewegungseinschränkung im Liegen

Krank sein bedeutet für viele ältere Patienten nicht nur Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit, sondern führt häufig auch zur Bettlägerigkeit. Auch bei schwerkranken bettlägerigen Patienten gilt es die Restmobilität zu erfassen, um ein individuelle Therapie mit Berücksichtigung der körpereigenen Restaktivität zu ermöglichen. Ein gängiges Meßverfahren zur Beurteilung der axialen Bewegungen in und aus dem Liegen stellt der Rumpf-Kontroll-Test dar und bewertet das Drehen in Rückenlage, das Aufrichten aus der Rückenlage sowie das freie Sitzen auf der Bettkante. Unter Beachtung der Restfunktionen der Rumpfmotorik erfolgt die individuelle Mobilisierung durch Pflege und Therapeuten.

Rumpf-Kontroll-Test (Trunk-Control-Test)

  • T1 - Sich aus Rückenlage auf die schwache Seite rollen
  • T2 - Sich aus Rückenlage auf die starke Seite rollen
  • T3 - Sich aufsetzen aus der Rückenlage
  • T4 - 30 s auf der Bettkante sitzen, Füße ohne Bodenkontakt

(nach Franchignoni et al. 1997)