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ASSESSMENT IN DER GERIATRIE

Pflegegesetzadaptiertes geriatrisches Basisassessment (PGBA)

4. Chirurgisch-Orthopädische Funktion

Zu den zahlenmäßig häufigsten aber auch individuell beeinträchtigsten chirurgisch/orthopädischen Krankheitsbilder in der Geriatrie zählen die degenerativen Erkrankungen des Stütz - und Bewegungsapparates. Es handelt sich hier zum großen Teil um degenerative (Verschleiß-)Erkrankungen der Kniegelenke (Gonarthrose), der Hüftgelenke (Coxarthrose) sowie der Wirbelsäule. Durch die rasante Entwicklung der Endoprothetik (Gelenkersatz) ist es mittlerweile möglich auch höher betagten Patienten Schmerzfreiheit und Mobilität zurückzugeben.

Die Osteoporose ist eine weitere typische Erkrankung des Alters, die aufgrund von Schmerzen und Bewegungseinschränkung zur Beeinträchtigung des selbständigen Lebens führen kann. Die Zahl an Osteoporose-bedingten Knochenbrüchen steigt stetig, wobei die Hälfte davon auf Wirbelbrüche, ein Viertel auf Hüftfrakturen und ein weiteres Viertel auf Unterarmfrakturen entfallen. Als Hauptrisikofaktoren gelten Alter und weibliches Geschlecht. Neue Therapieverfahren versprechen gute Behandlungsergebnisse, der Aspekt der Prävention (Gesundheitsvorsorge) sollte bei einer Frau bereits in den Wechseljahren bedacht werden, insbesondere dann, wenn Begleiterkrankungen vorliegen.

Die in der Medizinischen-Geriatrie zahlenmäßig am Häufigsten behandelten chirurgisch/orthopädischen Erkrankungen sind in der Tabelle aufgeführt. Die Abteilung sieht ihren Auftrag in der Versorgung degenerativer Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates im Rahmen einer stationären Krankenhausbehandlung. Nach diagnostischer Abklärung der zur Krankenhausaufnahme geführten Beschwerden und Einleiten einer spezifischen Behandlung, erfolgen begleitend rehabilitative Maßnahmen (physikalische Therapie, Krankengymnastik, Schmerzbehandlung). Die in der Tabelle aufgeführten operativ versorgten Krankheitsbilder (z.B. Schenkelhalsfraktur, subcapitale Humerusfraktur, etc…) behandeln wir frührehabilitativ im Übernahmeverfahren aus anderen Abteilungen. Bei dem Patientengut handelt es sich klassischerweise um multimorbide ältere Patienten, die einer üblichen Rehabilitation (AHB-Anschlußheilbehandlung) nicht zugeführt werden können.

Die häufigsten in der Geriatrie behandelten Erkrankungen aus dem chirurgisch/orthopädischen Formenkreis:

  1. Degenerative Gelenkerkrankungen
    • Arthrose im Hüftgelenk (Coxarthrose)
    • Arthrose im Kniegelenk (Gonarthrose)
  2. Osteoporose
  3. Wirbelsäulenerkrankungen
    • Wirbelsäulensyndrom (Arthrose)
    • Wirbelkörperbrüche (nach Sturz, bei Osteoporose)
    • Knöcherne oder weichteilige Einengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose)
  4. Sturzsyndrome
    • Knochenbruch des Schenkelhalses (Schenkelhalsfraktur) nach Operation
    • Bruch des Oberarmknochens (Subcapitale Humerusfraktur) nach Operation
    • Bruch des Speichen-Knochens/Handgelenk (distale Radiusfraktur) nach Operation
  5. Nachsorge und Früh-Rehabilitation nach jeglichem chirurgischen oder orthopädischen Eingriff

Der Sturz im Alter als ein typische geriatrisches Syndrom führt häufig zu schweren Verletzungen mit Frakturfolge. Eine Domäne der geriatrischen Behandlung ist die Abklärung eines Sturzsyndroms.
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