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ASSESSMENT IN DER GERIATRIE

Pflegegesetzadaptiertes geriatrisches Basisassessment (PGBA)

1. Allgemeinzustand

Der Allgemeinzustand beschreibt den körperlichen und geistigen Gesamtzustand des Patienten und ist ein erster allgemeiner Eindruck. Die Beurteilung erfolgt überwiegend durch Inspektion und Beobachtung der Verhaltensweise. Der erste Eindruck basiert auf der Abfrage der Vitalzeichen wie Atmung und Bewußtseinszustand, aber auch der Sprache, Mimik, Stimmung, Körpergeruch, Körperhaltung, Ernährungszustand oder Konstitutionstyp. Die Assessmentvariable Allgemeinzustand ist auch ein persönlicher allgemeiner Eindruck des Untersuchers. Die Einteilung wird in 4 Schweregradstufen vorgenommen (1: gut, 2: mäßig reduziert, 3: deutliche reduziert, 4: vital gefährdet).

Der Allgemeinzustand kann jedoch auch als Abschätzung des allgemeinen Gesundheitszustandes mit der Frage nach der individuellen Lebenserwartung verstanden werden. In der Geriatrie finden neben der rein gesundheitlichen Problematik auch die körperlichen oder geistigen funktionellen Störungen Berücksichtigung, die für Entscheidungen zur Durchführung einer Therapie weitaus maßgeblicher sind als der rein medizinisch-biologische Gesundheitszustand. Erst die Abfrage aller medizinischen, funktionellen, psychischen und sozialen Bereiche erlauben eine adäquate Einschätzung. Die Rosette "Pflegegesetzadaptiertes geriatrisches Basisassessment - PGBA" liefert ein Funktionsprofil in dem die Belange des alten Patienten ganzheitlich zur Betrachtung kommen.

Karnofsky-IndexDer Karnofsky-Index ist ein standardisierter, international anerkannter Score, der sowohl "Leistungsfähigkeit" als auch "Allgemeinbefinden" des Patienten ausdrückt. Er bietet häufig die Entscheidungsgrundlage für das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen, liefert aber auch wichtige Informationen zur Verlaufsbeobachtung des Allgemeinzustand unter laufender Therapie (z.B. Chemotherapie).

Charlson-KomorbiditätsindexDer Charlson-Komorbiditätsindex basiert auf den Kenntnissen einer Studie aus dem Jahre 1987. Die Studie untersuchte die prognostische Relevanz für eine 10-Jahres-Überlebensrate hinsichtlich der bestehenden Begleiterkrankungen. Die Anzahl der Begleiterkrankungen beeinflusst die Lebenserwartung oft so stark, dass eine aggressive Therapie (Chemotherapie) nicht ratsam ist. Das Alter allein ist kein sicheres Entscheidungskriterium. Für die Einschätzung einer Therapie (z.B. Tumortherpie, Chemotherapie) ist die Lebenserwartung und die Lebensqualität geriatrischer Patienten von entscheidender Bedeutung.