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AKTUELLES

Presse, WAZ Velbert, November 2006

Ruth Glinz ist wieder genesen dank exzellenter Kooperation von Chirurgie und Geriatrie und Physiotherapie

Da steht sie nun wieder in der Mitte der Familie, die Langenbergerin Ruth Glinz. Selbstverständlich war das nicht, denn die 93jährige hatte vor zwei Monaten einen Oberschenkel-Halsbruch erlitten. Die fünffache Mutter, 18fache Großmutter und dreifache Urgroßmutter aber war hart im Nehmen: Sie war gestolpert und schwer verletzt - aber sie ging nicht K.O..

Ruth Glinz ist wieder genesen

Ganz im Gegenteil ist Ruth Glinz mit ihrer High-Tech-Titanhüfte jetzt wieder ganz prima "in Schuss". Das verdankt sie einerseits der modernen Chirurgie, andererseits der modernen Geriatrie, die, so Dr. Olaf Hagen, Chefarzt der Geriatrie an der Augusta-Kranken-Anstalt in Bochum-Linden, leider oft missverstanden wird. "Viele Menschen denken bei Geriatrie ans Siechtum oder sogar ans Sterben", so Dr. Hagen. "Wir machen aber genau das Gegenteil: Wir Geriater rehabilitieren die Menschen, machen sie wieder fit für ein möglichst eigenständiges Leben."

Am Zentrum für Altersmedizin und Pflege (LiZAP) in Bochum-Linden wurde Ruth Glinz wieder fit gemacht für den Alltag, nachdem Chef-Chirurg Dr. Helfried Waleczek den Bruch im Evangelischen Krankenhaus (EvK) Hattingen mit dem sogenannten "Gamma-Nagel" operiert hatte.

Dieser Nagel aus Titan ist ein 800 Euro teures High-Tech-Produkt. "Und weil wir diese Operation minimal-invasiv durchführen", erklärt Dr. Waleczek, "können die Patienten - völlig unabhängig von der Schwere der Verletzung - das operierte Bein schon am Abend nach der Operation belasten."

Der Chef-Chirurg riet Frau Glinz lachend, dass sie "langsamen Walzer tanzen könne, auf keinen Fall aber Tango." Die schnelle Genesung ist das Resultat der engen Kooperation von Chirurgen und Geriatern. Früher, so fügt er an, haben die Menschen wochenlang im Bett liegen müssen. Heute werden sie direkt mobilisiert, bekommen Bewegungsbäder, physikalische Therapie und Gymnastik. Da kennt sich die Langenberger Seniorin freilich bestens aus: Auf dem mecklenburgischen Gut Trams (bei Schwerin) geboren und aufgewachsen, war sie eine der ersten Frauen in Deutschland, die sich zur Physiotherpeutin ausbilden ließen. Damals hieß das noch Krankengymnastik, ein Begriff, der aber 1994 bundesweit abgelöst wurde.

Sie lernte bei Professor Gerhard Kohlrausch, landete nach Stationen in Berlin und Freiburg schließlich in einem Lazarett in Hohenlüchen, wo sie alle Hände voll zu tun hatte, um Verletzten mit krankengymnastischen Übungen bei der Genesung zu helfen. Nach einer Zwischenstation in Zorge (Harz) kam sie mit ihrem Ehemann Hans-Karl und ihrer Familie nach Langenberg, wo sie heute noch lebt.

Dr. ing. Hans-Karl Glinz entwarf und baute Bergbaumaschinen und Trecker. Inzwischen hat Dr. Hans-Caspar Glinz, der Sohn des Gründers, die bekannte Langenberger Firma schon längst übernommen: Die Schmidt, Kranz und Co. stellt heute Maschinen zur Rohstoffgewinnung und -förderung her - u.a. Bergbau- und Tunnel-Maschinen sowie Druckprüfstände, Hochdruckanlagen und Flugzeugschlepper.

Ruth Glinz, die gestandene Geschäftsfrau, ist Dr. Waleczek und Dr. Hagen richtig dankbar: "Ich bin der lebendige Beweis dafür", sagt sie, "was die moderne Medizin heute leisten kann." (esa)

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